Einweihung des Karl-Steinbauer-Hauses 
in Senden / Iller

Am 15.1.2016 wurde in Senden an der Iller ein Flüchtlingswohnheim eröffnet, das den Namen des Mitbegründers der Pfarrbruderschaft Karl Steinbauer trägt.

Die Einweihung fand im Beisein von Elisabeth Gießen, der Tochter Karl Steinbauers, dem stellvertretenden Landrat Roland Bürzle und dem Bürgermeister von Senden Raphael Bögge statt. Kathrin Bohe als evangelische Pfarrerin in Senden und der katholische Diakon Johannes Prestele gestalteten eine Andacht in freier Form.

Der aus dem Iran gebürtige Bauherr kam Anfang der 1990er Jahre selbst als Flüchtling nach Deutschland. Inzwischen ist er ein erfolgreicher Geschäftsmann in Senden, wo Karl Steinbauer 1939 als Pfarrer tätig war. Wegen seiner kritischen Äußerungen wurde Steinbauer von den Nationalsozialisten verhaftet und ins Konzentrationslager verbracht. An ihn erinnert eine Info-Tafel im Eingangsbereich des Flüchtlingswohnheims.

Höhepunkt der Eröffnungs-Veranstaltung war der Beitrag von Frau Gießen, die vom Tag der Verhaftung ihres Vaters im Sendener Pfarrhaus erzählte. Der Landrat und der Bürgermeister betonten die gemeinsamen Anstrengungen für die Flüchtlinge und danktem dem Bauherrn sehr herzlich.

Nach einem kleinen Imbiss wurde das Haus vorgestellt: Im Erdgeschoss befinden sich Sozialräume, die noch nicht eingerichtet waren. Die Zimmer in den oberen Stockwerken und teilweise im Erdgeschoss sind alle für 4 Personen, enthalten zwei Stockbetten, Tisch und Stühle, einen Spint und einen großen Kühlschrank mit Kühlteil. In einer großzügig eingerichteten Küche kann gekocht werden und die sanitären Gemeinschafteinrichtungen sind wirken sehr ordentlich. Man könnte sagen, es ist ein Haus wie früher einen Jugendherberge und bietet Platz für ca. 70 Flüchtlinge. 

Demnächst soll nebenan ein weiteres Wohnheim errichtet werden. Beide sind dafür gedacht, Flüchtlinge nach der Erstaufnahme aufzunehmen, bis sie sich eine eigene Wohnung suchen können.

Stefan Reichenbacher / Gunther Barth