Rat der Schwestern und Brüder

Der Rat der Schwestern und Brüder hat derzeit neun Mitglieder. Er arbeitet kommisarisch, da keine ordnungsgemäße Wahl zustande gekommen ist.

Hier die Vorstellung der Mitglieder des Rats:

Thomas Braun

Foto: Mirjam Schmitt/Universität Bamberg


Thomas Braun, Bamberg

Mein Name ist Thomas Braun. Nach einigen Jahren als Landpfarrer in der Rhön bin ich seit 2019 esg-Pfarrer in Bamberg im dortigen „Karl-Steinbauer-Haus“. In Bamberg wohne ich sehr gerne mit meiner Familie, zu der zwei kleine Kinder und auch ein Hund gehören.

Seit 2012 bin ich im Rat der Schwestern und Brüder. An der Pfarrbruderschaft hat mich ihre Offenheit angesprochen. Offen dafür kritisch Stellung zu beziehen, aber auch offen dafür neue und ungewöhnliche Themen anzudenken. Offen über Statusgrenzen und Altersgrenzen hinweg in ein theologisches Gespräch zu kommen – und das ganze noch familienfreundlich.

Ich würde die Pfarrbruderschaft weiter gerne vor allem bei jüngeren Kolleginnen und Kollegen bekannter machen und kreativ neue theologische Themen und Formen ausprobieren und diskutieren.


Ulrich Eckert

Ulrich Eckert, Gaimersheim

geboren 1964, verheiratet, zwei erwachsene Söhne, ordiniert 1993. Aufgewachsen in einem Pfarrhaus, wurde mein Weg geprägt v.a. durch:

  • Musik (Instrumente; Chor)
  • die ökumenische Dimension des Kirche-Seins (Begegnungen, Studium - bei dem ich meine Frau Eliana Briante, Waldenserpastorin, kennengelernt habe – Pfarrdienst in Italien, v.a. im ökumenischen und interreligiösen Mailand)
  • Zeugnis der christlichen Gemeinde für Ausgegrenzte (auch durch Bekanntschaft mit Karl Steinbauer), für Gottes Liebe und Gerechtigkeit, für den christlich-jüdischen Dialog (einige Jahre im Vorsitz der CJZ Niederbayern)

Seit 2014 bin ich 1. Pfarrer in der KG Gaimersheim (DB Ingolstadt), mit den Schwerpunkten Gemeindeentwicklung durch Vernetzung, Ökumene seit 2015 Ökumenebeauftragter im DB), gelebte Solidarität (2x Kirchenasyl), Kirchenmusik, Partnerschaftmit Tansania.

Ich gehöre keiner Gruppierung innerhalb der ELKB an. Die Pfarrbruderschaft ist für mich ein wichtiges Forum für theologische Suche und Austausch, für gegenseitige Ermutigung und für Momente gelebter Gemeinschaft unter Pfarrerinnen und Pfarrern samt Angehörigen – also eine Art „selbstgewählter bayerischer Pfarrkonvent“. Ihre theologische Grundausrichtung hilfreich ist für die Entwicklung der LKB innerhalb der lokalen und globalen Ökumene.


Holger Forssmann

 

Dr. Holger Forssman, München

Die Pfarrbruderschaft ist mir seit 1991 Jahren vertraut. Ich war mehrmals schon im Vorstand, habe mich freilich seit 2010 aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr zur Wahl gestellt. Mein Thema in dieser Gruppe, ist und bleibt die Frage, wie sich Kirche (Theologie) und Staat (Politik) zueinander verhalten. Das hat sich über die Jahre verschärft, deshalb habe ich mich bereit erklärt, trotz meiner Beeinträchtigungen wieder dem Vorstand zur Verfügung zu stehen. Die Pfarrbruderschaft ist weiterhin sehr wichtig in unserer Landeskirche und auch mir persönlich.

Ich war von 1993 bis 2007 in Erlangen, von 2007 bis 2020 in München, und werde ab September 2020, so Gott will, in Leutershausen sein. Ich war und bleibe Gemeindepfarrer. Meine Frau Eva Forssman ist auch Mitglied der Pfarrbruderschaft. Unsere drei Kinder sind mittlerweile erwachsen und berufstätig, die beiden Älteren sind verheiratet und wir sind stolze Schwiegereltern, und seit
einem halben Jahr Großeltern eines wunderbaren Enkels.


Julia Illner

Dr. Julia Illner, Forth

Ich bin 1983 geboren, verheiratet und habe eine 6-jährige Tochter. Seit 2019 teile ich mir gemeinsam mit einer Pfarrerskollegin die Pfarrstelle im wunderschönen Eckental-Forth. Nach meinem Studium der Theologie und christlichen Publizistik habe ich im Fach Kirchengeschichte promoviert.

Auch wenn mein Herz für die Gemeindearbeit schlägt, habe ich in einer Zeit an der Universität besonders den fachlichen Austausch schätzen gelernt. Das gemeinsame theologische Reflektieren ist es auch, was mir, neben der geschwisterlichen Gemeinschaft, in der Pfarrbruderschaft am Herzen liegt. Kennengelernt habe ich die Pfarrbruderschaft bei einer gemeinsamen Tagung mit der VBV. Seit damals steht die Pfarrbruderschaft für mich für ein waches, kritisches und konstruktives Reflektieren und Kommentieren gesellschaftlichen und kirchlichen Handelns. Gerade in den letzten Jahren ist in mir zudem die Überzeugung gewachsen, dass das Eintreten für die politische Dimension des Evangeliums aktueller und notwendiger ist denn je.

Daher möchte ich gerne dazu beitragen, dass die Pfarrbruderschaft auch in der jüngeren Generation von Pfarrer*innen wieder bekannter wird.


Frieder Jehnes

Frieder Jehnes, Bayreuth

Seit 35 Jahren Mitglied in der Bayerischen Pfarrbruderschaft, schätze ich in ihr besonders den Aspekt der „Theologischen Weggemeinschaft“ in der Grundorientierung am Barmer Bekenntnis. Dabei liegen mir die Begegnungen und Gespräche genauso am Herzen wie die thematische Arbeit.

Die Orientierung an Jesus Christus als dem „einen Wort Gottes, dem wir im Leben und im Sterben zu vertrauen haben“ und vertrauen dürfen,sollte uns nach meiner Überzeugung die Freiheit geben, im Sinn seiner Liebe und Barmherzigkeit für eine offene und tolerante Gesellschaft einzutreten. Zugleich gilt es, die wichtigsten Gegenwartsthemen im Blick zu behalten, zum Beispiel die Frage nach einem ökologischen und gerechten Wirtschaften oder nach dem Elend der Flüchtenden. Die Konjunktur von totalitärem Denken, die Versuche, einen reaktionären Paradigmenwechsel unter geschickter Vereinnahmung freiheitlicher Traditionen herbei zu führen und die damit verbundene Verunsicherung und Spaltung unserer Gesellschaft nötigen zu großerWachsamkeit. Ekklesiologisch liegt mir daran, dass Kirche sich von unten her aufbaut. Zur Basis gehören für mich nicht nur die Gemeinden, sondern grundsätzlich auch die Werke und Dienste. Großstrukturen finde ich problematisch. Die Steuerung vonseiten der Leitungsebenen sollte wieder auf das wirklich Notwendige zurückgenommen werden, im Blick auf Jesus Christus, den alleinigen Herrn der Kirche und im Sinn von CA 7.

Ich bin seit nunmehr 18 Jahren Gemeindepfarrer in der Kirchengemeinde Bayreuth St. Georgen. Ich bin Jahrgang 1958.


Thomas Miertschischk

Thomas Miertschischk, Cadolzburg

Mein Name ist Thomas Miertschischk, 49 Jahre alt, verheiratet, zwei Kinder. Seit Februar 2018 bin ich Gemeindepfarrer in Cadolzburg (2. Pfarrstelle). Zuvor war ich knapp 10 Jahre auf der 3. Pfarrstelle in Pegnitz. Vor meiner Zeit als bayerischer Pfarrer war ich nach dem Studium in München und Marburg zunächst 5 Jahre lang Wissenschaftlicher Mitarbeiter bei der Martin-Buber-Professur für Jüdische Religionsphilosophie an der Universität Frankfurt am Main und habe dann mein Vikariat als Gastvikar bei der Ev.-Luth. Landeskirche Hannovers verbracht.

In den vergangenen Jahren habe ich die Pfarrbruderschaft kennen- und schätzen gelernt als einen Raum für kollegialen und freundschaftlichen Austausch auch über den Tellerrand des alltäglichen Dienstes hinaus. Seit 2017 bin ich Mitglied im Rat der Schwestern und Brüder und habe mich seitdem in die Vorbereitung der Tagungen der Pfarrbruderschaft und in die öffentlichen Stellungnahmen mal mehr, mal weniger stark eingebracht.

Das möchte ich auch weiterhin tun, soweit es der Dienst als Gemeindepfarrer zeitlich zulässt. Dabei ist mir weiterhin wichtig, was ich bereits vor der Wahl 2016 betont habe: Im Hinblick auf die „politische Dimension des Evangeliums“ ist mir wichtig, sich über die Rolle unserer Kirche in einem (so scheint es im Moment) immer weniger demokratisch organisierten Europa Gedanken zu machen. Zugleich sollte uns Pfarrer/innen die Transparenz der politischen Prozesse innerhalb unserer Kirche (und bei der Vergabe von Stellen sowie bei der Diskussion über das Berufsbild Pfarrer/in) wichtig sein. Die Corona-Krise und ihre Aus- und Nachwirkungen auf die Kirchen (gravierende Veränderungen bei den Finanzen; Rolle während der Krise und die Diskussion darüber; Verschiebung von Schwerpunkten; Digitalisierungsschub; …) wird und sollte uns auch in der Pfarrbruderschaft beschäftigen.


Mark Meinhard

Mark Meinhard, Georgensgmünd

Geboren 1971, z.Zt. im Einsatz an der Wilhelm-Löhe Schule in Nürnberg. Zuvor war ich in Stellenteilung mit meiner Frau Cornelia auf einer Landpfarrstelle in der Fränkischen Schweiz. Gemeinsam haben wir vier Jungs im Alter von elf bis sechzehn Jahren.

Im Rat der Brüder und Schwestern war ich bereits in den Ratsperioden 2004-2008, 2012-2016 und 2016-2020. In der letzten Ratsperiode habe ich zudem das Amt des Geschäftsführers der Pfarrbruderschaft übernommen. An der Pfarrbruderschaft schätze ich v.a. das theologische Gespräch und geschwisterliche Miteinander. Das gemeinsame Ringen um die Auslegung des Wortes in der heutigen Zeit als Antwort auf gesellschaftliche und politische Fragen verstehe ich als legitime Fortführung des Erbes der Pfarrbruderschaft als Teil der Bekennenden Kirche.

In Verantwortung an einer Privatschule in evangelischer Trägerschaft, die ihre Neugründung nach 1945 auch dem Engagement einzelner Mitglieder der Pfarrbruderschaft verdankt, erlebe ich z.Zt. die schwierige Aufgabe, dem religiösen Wandel unserer Gesellschaft zu begegnen, ohne dabei die eigene Identität zu verlieren oder vorschnell scheinbar leichten Lösungen zu folgen.


Falko von Saldern

 

Dr. Falko von Saldern

Ich bin 1971 in Berlin geboren und dort aufgewachsen. Zunächst nahm ich das Studium der Geschichte auf, das ich 2003 mit der Promotion abschloss. 2005 habe ich in München das Studium der Theologie begonnen und war anschließend Vikar an der Friedenskirche in München Trudering. 2013-2019 war ich gemeinsam mit meiner Frau Pfarrer in der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bern/Schweiz. Dort erlebte ich ein ganz anderes Kirchenverständnis mit all ihren Vor- und Nachteilen. Dort konnte ich breit ökumenisch arbeiten. Seit Mitte 2019 sind wir wieder zurück in Bayern. Ich bin Pfarrer in Friedberg b. Augsburg. Ich bin verheiratet und Vater einer Tochter.

Die Arbeit der Bayerischen Pfarrbruderschaft kenne ich seit vielen Jahren, nachdem meine Frau über viele Jahre Mitglied im Rat der Schwestern und Brüder war. Mir liegt an der theologischen Arbeit und ich bin von ihrer gesellschaftlichen Relevanz überzeugt.


Jakob Trapp

Jakob Trapp, Passau

Mein Name ist Jakob Trapp. Ich bin 31 Jahre alt und lebe mit meinem Hund in einer Fernbeziehung in Passau.

In Freising geboren wuchs ich mit meinen sechs Brüdern im Bayrischen Wald bei Viechtach auf. Nach meinem Abitur zog es mich über Umwege zum Theologiestudium nach Erlangen, wo ich meinen Abschluss machte. Meine Schwerpunkte lagen in der Neuen Kirchengeschichte und der Neueren Dogmatik.

Mein Vikariat absolvierte ich in Georgensgmünd, wo ich mit der Pfarrbruderschaft zum ersten Mal in Kontakt gekommen bin. Mich haben nicht nur die Themen der Konferenzen interessiert, sondern auch der gute, kollegiale Austausch untereinander und die angenehme Diskussionskultur.

Seit September 2019 bin ich als Pfarrer PD auf meiner ersten Stelle in St.Johannes I in Passau. Gerade in der Diaspora, wo der / die nächste KollegIn weiter weg sind, merke ich, wie mir der theologische Austausch deutlich fehlt, sei es über allgemeine theologische, ethische oder aktuelle zeitgeschichtliche Themen.

Nachdem ich mich langsam an die Schlagzahl des Pfarrer-Seins gewöhne, freue ich mich, mich bald aktiver in der Pfarrbruderschaft zu engagieren.